Erste Zusammenfassung der Geschichte (Teil 1)

Aller Anfang ist bekanntlich schwer, so dachte ich lange darüber nach wo und wie ich nun anfangen soll und auch ob überhaupt.

Schlussendlich habe ich mich jedoch doch dafür entschieden alles öffentlich zu machen, nicht nur für mich sondern auch um all den anderen Opfern Mut zu machen ihr Schweigen zu brechen und ihre eigenen Geschichten auch öffentlich zu machen.

Ausschlaggebend dafür es jetzt zu tun, war unter anderem, ein völlig verpatztes Gutachten das dieses Jahr, von einem meiner Meinung nach völlig inkompetenten Gutachter, verfasst wurde.

Mehr Details dazu und auch zu allem anderen werden dann später noch sukzessive publiziert werden, zunächst jedoch hier mal eine erste Zusammenfassung dessen, um was es überhaupt geht und was bis heute geschehen ist.

Wichtig anzumerken in diesem Zusammenhang wäre noch, das Ganze kam erst ab ca. 2008 wieder hoch bzw. wurde mir erst im Laufe der letzten 5 Jahre richtig bewusst und dieser Prozess ist nach wie vor noch nicht vollständig abgeschlossen. Es waren dazu auch einige teilweise aufwändige eigene Recherchen nötig, dabei habe ich kaum bis keine Hilfe von den Stellen bekommen deren Aufgabe es eigentlich gewesen wäre.

Angefangen hat das Ganze als ich ca. 5 Jahre alt war, es ist gleichzeitig die früheste Erinnerung an traumatisierende Übergriffe die ich überhaupt habe. Meine Mutter hat mich damals weil sie nebenbei arbeitete, in eine Kindergrippe in Uster in der Gegend Aathal gegeben. In dieser Kindergrippe wurde ich von den Betreibern mehrmals in einen dunklen Keller gesperrt und mich absichtlich zu Tode beängstigt in dem man mir erklärte das dort unten der „schwarze Mann“ auf mich warten würde und dergleichen.

Ich erinnere mich nun auch daran das ich mich jeweils bei der Tür zusammengekauert voller Angst verkroch und auch daran, dass ich von tiefer im Keller Stimmen gehört habe, die mir drohten „mich zu holen“, „ich hier nie mehr rauskäme“, „ich nun in die Hölle käme“ und was weiss ich was alles. Mir ist heute zwar klar das diejenigen die mich damals eingesperrt haben, auch für diese Stimmen verantwortlich sein mussten, doch damals hatte ich einfach nur eine Todesangst und war gar nicht im Stande zu begreifen was da vor sich ging.

Meine Mutter berichtete mir dann viel später, sie erinnere sich daran, dass ich da plötzlich jeweils „Bauchweh“ bekam als sie mich wieder dort abgeben wollte und auch jeweils ziemlich verstört war als sie mich da abgeholt hat, was sie sich damals jedoch nicht erklären konnte. Und ich war damals mit 5j einfach noch zu jung, um das was da geschah zu verstehen und überhaupt in Worte zu fassen.

Das ganze blieb natürlich nicht ohne Folgen, es kam zu nächtlichem Einnässen und (wen wundert es) zu starken Dunkel- und Nachtängste sowie zu starken Vermeidungsreaktionen als meine Mutter mich jeweils in diese Kinderkrippe bringen wollte. Was dann alles genau geschehen ist weiss ich nicht genau, doch es scheint so gewesen zu sein, dass man mich bei dieser Kindekrippe plötzlich nicht mehr haben wollte und als Grund „aggressives Verhalten“ meinerseits angab, als meine Mutter der Frage nachging weshalb ich plötzlich so starke Vermeidungsreaktionen hatte. Sieht für mich rückblickend nun natürlich schon sehr danach aus, dass die Betreiber der Kinderkrippe es einfach vermeiden wollten, dass ihre kriminellen Machenschaften aufgedeckt werden.

Und so kam es (1978) zur ersten Anmeldung beim KPD(Kinderpsychologischer Dienst). Der KPD war jedoch anscheinend nicht in der Lage die Situation richtig festzustellen. Die eingeleitete Abklärung wurde daraufhin auch nach kurzer Zeit von den Eltern abgebrochen.

Nach „Schwierigkeiten“ im Kindergarten kam es dann (1979) zur zweiten Abklärung beim KPD Uster. Erneut wurde die Situation nicht richtig festgestellt. Es wurde da jedoch die Diagnose „ausgeprägte direkte und neurotische Reaktionen“ gestellt, was auch immer man darunter genau verstehen soll.

Im weiteren Verlauf kam ich dann ins Kinderheim Blueme in Grub, was dazwischen geschehen ist weiss ich nicht, auch an die Zeit in diesem Heim habe ich nur sehr wenige Erinnerungen. Dort geschah jedoch soweit ich weiss neben ein paar eher unbedeutende Dinge (es wurden mir einige Dinge geklaut) und kleineren Unfällen (habe bis heute eine Narbe am Fuss die dort entstanden ist) zum Glück nichts Böses.

Danach (1981) gab es anscheinend irgendwelche Schwierigkeiten mit der Schule, anfangs hiess es ich störe den Unterricht, später gab es für mich anscheinend plötzlich keine freie Klasse mehr. Meine Eltern wollten mich daraufhin in die Steinerschule tun, die hatte jedoch auch keine Plätze mehr also entschieden sie sich einfach zu warten und notfalls ein Jahr zu überspringen.

Irgendwann mischte sich dann jedoch eine gewisse Frau Kost vom Jugendsekretariat Uster ein, es hiess das mit dem warten ginge nicht, man müsse mich auf eine Schule tun. Da meine Eltern zudem private Probleme hatten und sogar eine Scheidung in Erwägung gezogen wurde, meinte das Jugendsekretariat Uster es sei das Beste mich in ein Schulheim zu stecken. Das Jugendsekretariat Uster erklärte meinen Eltern es sei das Beste für mich, denn so würde man mich schonen, da ich dann auch nichts von „den Schwierigkeiten zuhause“ mitbekäme. Und da zufälligerweise grad ein Platz in diesem Schulheim Friedheim frei war entschied man sich mich dahin zu tun.

Zuvor brachte man mich jedoch noch „kurz“ in das Kantonale Kinderheim Brüschhalde in Männedorf um mich durchzuchecken. Meinen Eltern sagte man, dies sei so üblich, persönlich denke ich jedoch, dass da nicht alles ganz korrekt ablief. Und meiner Meinung nach kam es hier erneut zu strafrechtlichen Verstössen, als man mir zu Testzwecken Medikamente gab, die gar nicht für Kinder(war da ca. 8j alt) zugelassen waren. Dem Bericht vom Kantonalen Kinderheim Brüschhalde ist auch zu entnehmen, dass man da erstmals ein AD(H)S diagnostiziert hat, es aber keinerlei Bemühungen gab dieses irgendwie zu therapieren. Im Gegenteil waren die mir dort zu Testzwecken verabreichten Medikamente sogar völlig kontraindiziert bei einer AD(H)S Diagnose, da diese laut einer Studie die ich später gelesen habe bei bestehendem AD(H)S die Symptome noch verstärken und sogar zu irreversiblen Hirnschädigungen führen können.

Das alles habe ich allerdings erst viel später (2008~2009) aus einem Bericht erfahren, von dem es hiess er sei vernichtet worden, den ich dann jedoch im Staatsarchiv doch noch fand. Was da alles abging weiss ich nicht mehr genau, doch alleine der Umstand, dass ich von einem kurzen Aufenthalt von ein paar Wochen ausging jedoch wie ich dann erfahren habe tatsächlich 6 Monate dort war, sagt mir das da einiges nicht sauber sein kann.

Danach (1982) brachte man mich dann zu diesem Schulheim Friedheim, dort gab es verschiedene Häuser mit so niedlichen Namen wie „Hirsche“, „Biber“, „Löwen“ und „Adler“ in dem ich dann auch landete. Man quartierte mich dort in ein kleines zweier Zimmer ein, mein Zimmergenosse, so erfuhr ich dann war in diesem Heim weil er das Bett seines Bruders wo dieser noch drin lag angezündet hatte. Andere waren wegen anderen Delikten dort, jedoch viele wie ich selbst auch ohne solch spezifischen Gründe. In diesem Heim war Gewalt ohnehin an der Tagesordnung, mehr Details dazu werde ich dann möglicherweise noch in einem gesonderten Artikel berichten.

Das nun wirklich relevante ist, dort wurde ich (9j) von einem älteren (16j) mehrfach sexuell genötigt und mindestens zweimal in seinem Zimmer betäubt und vergewaltigt. Das Ganze blieb nicht ganz unbemerkt, meinen Eltern fielen während den kurzen Aufenthalten zu Hause Verhaltensänderungen auf und einer Aufsichtsperson dort fiel das verdächtige Verhalten des älteren auf und zbs. auch das er mich regelmässig in den Badebereich mitnahm. Ich wurde da auch sonst noch von einer Gruppe hinter dem Sportplatz sexuell genötigt, das wurde jedoch damals gar nie angesprochen und sogar von der Polizei (2008) mit der Begründung „es würde alles nur noch komplizierter machen“ einfach mal ausgeklammert.

Schliesslich gab es eine Sitzung beim Jugendsekretariat Uster mit meinen Eltern deswegen, wo man meinen Eltern sagte man werde schauen das es nicht wieder vorkäme. Danach – man glaubt es kaum – kam ich wieder ins Heim zurück, in dasselbe Zimmer das nur zwei Zimmer vom Zimmer des Täters entfernt war. Es gab keine Untersuchung, keine Betreuung, keine Strafanzeigen, keinerlei Folgen für die Täter, stattdessen wurde die einzige Aufsichtsperson die es gewagt hatte dies und anderes meinen Eltern zu melden gekündigt. Die sexuellen Übergriffe hörten danach natürlich auch nicht einfach auf, nur gab es nun einfach niemanden mehr den es interessierte.

Auch als ich dann (1985) wieder nach Hause kam, war da ca. 11j alt, gab es keinerlei Betreuung oder sonstige psychologische Unterstützung. Dies obwohl ich da bereits in einem prekären Zustand war und rückblickend ganz klar erste Symptome einer PTBS, einer Dissoziativen Störung sowie einer Depression aufwies. Was sich dann mangels Behandlung und weil die Folgen eines Traumas umso grösser sind, je jünger ein Mensch ist, über die Jahre leider auch alles weiter chronifizierte. In dieser Zeit fing unter anderem auch das heimliche SVV an, das an sich, wie auch die Albträume und Intrusionen die etwas später anfingen, bis heute anhält.

An dieser Stelle frage ich mich was das Jugendsekretariat Uster damals mit „mich schonen“ eigentlich verstanden hat und ob da einfach „nur“ sämtliche Kontrollinstanzen versagt oder jeglicher gesunder menschlicher Verstand auf der Strecke geblieben ist, vermutlich beides zusammen. Noch krasser finde ich jedoch, dass das Jugendsekretariat Uster sich bis heute weigert die Verantwortung dafür zu übernehmen. Stattdessen hat das Jugendsekretariat Uster einfach sämtliche Akten verschwinden lassen, interessant dabei ist sicherlich auch das (laut Anwalt) nur meine Akten weg sind, die des Täters sind noch da, man weigert sich jedoch diese rauszurücken.

Auch frage ich mich nun natürlich, war ich der einzige der dort Opfer von sexueller Gewalt wurde oder gab es womöglich noch weitere Fälle die vertuscht wurden. Deshalb möchte ich diese Gelegenheit nun gleich dazu nutzen einen Aufruf zu starten. Falls also jemand diesen Blog hier liest, der in diesem Schulheim Friedheim in Bubikon auch Opfer von sexueller Gewalt wurde oder von solchen Fällen dort Kenntnisse hat, bitte meldet euch.

Ich wäre auch sehr froh einen Kontakt zur Aufsichtsperson Alice H. (voller Name ist mir bekannt) zu bekommen, die damals als einzige den Mut hatte etwas zu sagen und anschliessend deswegen sogar rausgeworfen wurde, sie wäre heute eine sehr wichtige Zeugin.

Mit diesem Zeugenaufruf möchte ich den ersten Teil auch gleich mal abschliessen.

In den nächsten Teilen berichte ich dann über den weiteren langjährigen sexuellen Missbrauch durch einen Erwachsenen Mann in der Zeit nach dem Heim, sowie die Zeitspanne zwischen den Strafanzeigen im Jahre 2008 bis heute, wo es dann im weiteren Verlauf auch um das völlige Versagen der offiziellen Opferberatungsstellen und der ganzen sogenannten Opferhilfe an sich gehen wird.

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