DIS / DDNOS

Das Hauptmerkmal der DIS / DDNOS ist eine schwere Beeinträchtigung des Identitätserlebens. Durch chronische dissoziative Prozesse kommt es zur Abspaltung von dissoziierten Persönlichkeitsanteilen, die mehr oder weniger eigenständig reagieren können. Die dissoziierten Persönlichkeitsanteile werden von den Betroffenen häufig als nicht (DIS) oder nur bedingt (DDNOS) zur eigenen Persönlichkeit gehörend wahrgenommen und sie können auf innere oder äußere Hinweisreize hin die Kontrolle über das Erleben und Verhalten der Person übernehmen. Darüber hinaus zeigen Menschen mit DIS / DDNOS meistens auch ausgeprägte andere dissoziative Symptome wie z.B. Erinnerungslücken und Entfremdungserleben.

Kontinuum der Dissoziation

Kontinuum der Dissoziation

(DDNOS) ICD F44.9 Dissoziative Störung, nicht näher bezeichnet

Das Vorhandensein unterschiedlicher Persönlichkeitsanteile (Ego-States), die jedoch nicht vollständig abgegrenzt sind oder für deren Handeln keine klinisch relevante Amnesie vorliegt. Das Beschwerdebild unterscheidet sich in diesen Punkten von der dissoziativen Identitätsstörung. 

 

(DIS) Dissoziative Identitätsstörung

Die dissoziative Identitätsstörung ist die schwerste Form dissoziativen Erlebens und äußert sich über die Ausbildung mehrerer Persönlichkeitsanteile, die scheinbar autonom voneinander fühlen, denken und handeln und nicht der bewussten Steuerungsfähigkeit unterliegen. Abwechselnd übernehmen unterschiedliche, wie „abgespalten“ wirkende Persönlichkeitsanteile die Kontrolle über das innere Erleben und das äußere Handeln, wobei den Betroffenen diese Vorgänge zumeist nur wenig bewusst und zudem kaum erinnerlich sind.

Die dissoziative Identitätsstörung ist in der Regel eine Folge schwerster Traumatisierungen im Kindesalter wie wiederholter oder lang andauernder sexueller bzw. physischer Misshandlung oder Vernachlässigung, häufig auch im Rahmen organisierter Gewalt.

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